Die westlichen Mysterien
Die Ursprünge der Hermetik und der Hohen Magie basieren auf den alten Mysterienkulten Griechenlands, Ägyptens und Chaldäas, sowie dem Christen- und dem Judentum.
Damals wie heute wird das wahre Wissen nur den Menschen offenbart, die bereit sind, den Weg der Erkenntnis ernsthaft zu beschreiten und dem Göttlichen uneigennützig zu dienen.
Die Tradition des Golden Dawn von 1888 hat einen sehr großen Einfluß auf die moderne westliche Mysterientradition ausgeübt. Vieles von unserem heutigen okkulten Wissen, ob Wicca, Tarot, Astrologie oder sogar Psychologie, kann zurückverfolgt werden zu diesem Orden. So gesehen hat der Golden Dawn die Grundlagen der modernen westlichen Mysterientradition geschaffen.
Der Orden Splendor Lucis ist ein Initiantenorden, der Suchende Schritt für Schritt zum Adeptentum führt.
Unsere Lehren und Rituale sind keiner Religion zugeordnet und mit jedem Glauben vereinbar. Ihre Ursprünge lassen sich bis in die Antike zurückverfolgen.
Der äußere Orden des Splendor Lucis lehrt die Tradition des ursprünglichen Hermetic Order of the Golden Dawn, der 1888 in England gegründet wurde.
Unser Orden
Der äußere Orden des Splendor Lucis umfasst folgende Grade:
Neophyt
Zelator (Element Erde)
Theoricus (Element Luft)
Practicus (Element Wasser)
Philosopus (Element Feuer)
Wie lange man sich für die einzelnen Grade Zeit nimmt, bestimmt jeder selbst. Unsere Erfahrung hat zeigt, dass für die Grade Neophyt und Zelator etwa 3-6 Monate benötigt, während man sich für die höheren Grade mindestens 6 Monate Zeit nehmen sollte.
Der innere Orden des Splendor Lucis:
Der innere Orden besteht aus den Adepten des Ordo Splendor Lucis. Geeignete Aspiranten werden zunächst im Portal Grad umfassend auf ihre Aufgaben als künftige Adepten vorbereitet. Anschließend erfolgt die Einweihung in den Grad des Adeptus Minor.
Nur wer alle Grade im äußeren Orden des Ordo Splendor Lucis absolviert hat, kann in den inneren Orden aufgenommen werden. Ein Quereinstieg ist nicht möglich.
Ein Hauptfokus der Arbeit im inneren Orden liegt auf sehr fortgeschrittenen qabalistischen Lehren die zur mündlichen Überlieferung des Splendor Lucis gehören.
Der Einführungskurs
Die magische Ausbildung erfolgt in folgenden Schritten:
1. Grundkurs:
Der Grundkurs vermittelt die wesentlichen Grundlagen der westlichen Mysterientradition und gibt einen Einblick in die tieferen Mysterien und die Arbeit des Ordens Splendor Lucis.
Die Teilnehmer erhalten umfangreiche Kursmaterialien, die aus theoretischen Lektionen und praktischen Übungen und Anwendungen bestehen. Wir sind sehr bemüht, unseren Kursteilnehmern alle Hilfe und Unterstützung zu geben, die sie benötigen. Jeder Teilnehmer wird persönlich von uns betreut. Damit dieser Weg allen offen steht, kann der Kurs auch als Fernkurs absolviert werden. Wir bieten deshalb auch regelmäßig Online-Klassen über Skype und die Betreuung via e-Mail und Telefon an. Außerdem organisieren wir für alle Teilnehmer des Grundkurses ein Wochenend-Treffen, um jeden die Möglichkeit zu geben, direkt von den Initiierten des Splendor Lucis zu lernen.
Der Grundkurs steht jedem offen, der sich für die westliche Mysterientradtion interessiert. Der Kurs bietet, unabhängig von einem Eintritt in den Orden, die Möglichkeit unmittelbar erste Erfahrungen mit den Mysterien des Lichts zu sammeln.
Am Ende des Grundkurses entscheidet man sich, ob man sich berufen fühlt, tiefer in die Mysterien des Lichts einzusteigen und ob man dem Orden Splendor Lucis beitreten möchte.
Der Grundkurs beginnt zweimal im Jahr. Damit wir die den hohen Standard der Lehren und die persönliche Betreuung der Teilnehmer sicher stellen können, ist die Teilnehmerzahl auf 5 Teilnehmer begrenzt.
2. Vorbereitungskurs für Aspiranten des Orden Splendor Lucis:
Nach Beendigung des Grundkurses kann man sich um die Aufnahme in den Orden Splendor Lucis bewerben. Ziel dieses Kurses ist die Vorbereitung der Teilnehmer auf die magische Einweihung in den Orden Splendor Lucis. Für die Einweihung in den Orden ist es nötig, dass der Aspirant in Tempel in Zürich kommt. Eine astrale Einweihung wie sie manch andere Gruppen anbieten, ist nicht möglich.
Wir als Adepten des Ordo Splendor Lucis möchten unser Wissen nicht zurückhalten. Allerdings sind wir uns auch unserer Verantwortung als spirituelle Lehrer bewusst und wollen sicher gehen, dass jemand auch wirklich für diesen Weg bereit ist. Jeder Antrag wird von uns sehr ernst genommen und sorgfältig geprüft. Ein Recht auf Aufnahme in den Orden besteht nicht. Teil des Aufnahmeantrags ist auch eine Prüfung über die Lehrinhalte des Grundkurses.
Unsere Arbeit
B L I N D T E X T Die rituelle Magie, so wie sie in der heutigen Zeit praktiziert wird, blickt auf eine sehr lange Tradition zurück. Die Ursprünge liegen in den antiken Kulturen des Mittelmeerraums. In den verschiedenen Mysterienkulten und -orden wurde diese Tradition fortgesetzt und weiterentwickelt. Die moderne Ritualistik geht auf verschieden Quellen zurück. Eine der wichtigsten Stationen in der Entwicklung der modernen westlichen Magie waren jene Orden die man zur magischen Tradition des Golden Dawn zählen kann.
Gerade diese magische Tradition stellt ein besonders komplexes und ausgeklügeltes System zur Verfügung, welches dem Aspiranten erlaubt, die Magie in einem sicheren Umfeld und unter besten Bedingungen zu erlernen.
Was verstehe ich nun unter dem Begriff wahre Magie?
Es sind sehr viele Bücher über Magie erhältlich. Jeder Autor zögert nicht seine eigene - und in seinen Augen einzig richtige - Definition zum Besten zu geben. Der Suchende, der den Drang in sich spürt sich auf dem Weg der spirituellen Suche zu begeben, scheitert leider allzu oft an diesen Hürden. Im besten Fall findet er tatsächlich Lehrer, der ihn auf dem Weg führen kann, wahrscheinlicher ist es jedoch, dass er an jemand gerät, der die Magie als Geschäft entdeckt hat.
Wenn das passiert, wird er nach kurzer Zeit erkennen, dass man Wissen nicht kaufen kann, sondern das man sich das Wissen erarbeiten muss. Das Schlimmste, was dem Suchenden jedoch passieren kann, ist dass er durch ein Buch an eine negative magische Organisation herangeführt wird, die gerade in Deutschland auf eine lange Tradition zurückblicken können.
Die Magie, über die ich hier schreibe hat, nichts mit jenen Ritualen zu tun, die darauf abzielen, die kleinen oder größeren Wünsche des eigenen Egos zu erfüllen.
Mir geht es um die Theurgie im klassischen Sinn. Unter Theurgie versteht man die Magie als spirituelles System, das zur persönlichen Erleuchtung führen kann.
Wer mit meinen früheren Artikeln vertraut ist, sei darauf hingewiesen, dass ich unter Erleuchtung den Kontakt zum Neschamah verstehe, oder in anderen Worten, den Kontakt zum höchsten (göttlichen) Aspekt der Seele.
Wenn man den Kontakt zum Neschamah erreicht hat, verschwimmen die Grenzen der eigenen Persönlichkeit und der Magier kann die Beschränkungen des Körpers überwinden und eins werden mit dem angerufenen Aspekt Gottes. Soweit die Idee ...
Wie aber nun funktioniert Magie?
Gerade im Kontext des Esoterik-Booms muss darauf hingewiesen werden, dass wahre Magie nichts damit zu tun hat, Zaubersprüche aufzusagen, die dazu führen sollen, dass nun alle Wünsche in Erfüllung gehen.
Der echten, westlichen Magie liegen sehr komplexe Grundstrukturen zugrunde, denn sie folgt alten Prinzipien, die z.B. in der Qabalah und der hermetischen Tradition begründet liegen.
Jedes magische Ritual hat eine äußere und eine innere Handlung, wobei letztere die wichtigere ist. In der inneren Handlung wird der Kontakt mit den höheren Ebenen des Universums hergestellt. Die kontaktierten Kräfte werden dann nach unten in die physische Manifestation gebracht. Ohne den Kontakt zu den höheren Ebenen ist jedes Ritual nur ein theatralischer Akt ohne Wirkung.
Im Einweihungsritual für Neophyten in der magischen Tradition des Golden Dawn heißt es deshalb auch: By names and images are all powers awakened and reawakened in the sphere of those present and in the sphere of the order.
("Durch Namen und Bilder werden alle Kräfte zum Leben erweckt und wiedererweckt, in der Sphäre des Ordens und in der Sphäre von jenen, die der Zeremonie beiwohnen.)
Die äußere Handlung
Die äußere Handlung eines Rituals besteht im Ablauf der Zeremonie. Dazu gehören die Gesten des Magiers, die rituellen Texte, die Handlungen der Tempel-Offiziere, der Ablauf der Initiationszeremonie, die Roben der Initierten und natürliche der Tempel selbst.
Für den Kandidaten sind all das äußere Aspekte des psychischen Dramas durch welches er oder sie während der Einweihung geführt wird und das in der vollzogenen Initiation selbst mündet.
Für die Tempel-Offiziere ,die das Ritual durchführen sind, die oben geschilderten äußeren Aspekte der Zeremonie Anker, die ihnen helfen, jenen Zustand zu erreichen, der in der Magie die magische Persönlichkeit genannt wird.
Die magische Persönlichkeit ist jene Ebene des Bewusstseins, in der die wahre Magie stattfindet. Dies ist der Grund, warum der Magier eine Robe trägt und warum er einen Ordensnamen erhält. Wenn er den Tempel betritt, lässt er sein weltliches Leben am Eingang zurück. Für die Zeit des Rituals kümmern ihn seine weltlichen Sorgen nicht mehr, er ist jetzt ganz Magier, ganz der Initierte oder später der Adept.
Was ist der Unterschied zwischen einem Initierten und einem Adepten?
Durch die Initiation wird der Kandidat zum Initierten, dass heißt er wird durch die Initiation in das Egregor, d.h. das spirituelle Umfeld des Ordens oder einer Gruppierung, aufgenommen. Er wird Teil der Gruppe und schrittweise in die Mysterien des Ordens oder der Gruppierung eingeführt.
Die meisten magischen Orden und Organisationen basieren auf einem Gradsystem. Mit jedem Grad wird das spirituelle Verständnis vertieft und erweitert. Nach dem Erlernen der magischen Grundprinzipien und Techniken werden die fortgeschritten Lehren vermittelt.
Der direkte Kontakt mit einem Lehrer oder Mentor ist dabei besonders wichtig und in einem magischen Orden wird darauf auch meist sehr viel Wert gelegt.
Der Student wird bei seiner Arbeit nicht alleine gelassen, sondern bekommt Unterstützung von einem persönlichen Mentor, der ihm zur Seite gestellt wird, und dessen Aufgabe es ist, ihm mündliche Lehren zu vermitteln und ihn auf seinem Weg zu unterstützen. Dazu gehören aber auch Lern- und Verständniskontrollen oder Prüfungen, die der Student bestehen muss, bevor er in der nächsten Grad initiiert wird.
Viele magische Orden und Gruppierungen bestehen zudem aus einem äußeren und einem inneren Kreis. Der äußere Kreis dient der magischen Ausbildung des Aspiranten. Diese dauert in der Regel drei bis fünf Jahre, manchmal auch länger. Erst wenn die magische Grundausbildung abgeschlossen ist, kann der Aspirant in den inneren Kreis eintreten. Dies erfolgt meist nur auf Einladung.
Als Beispiel für das Gradsystem in einem magischen Orden möchte die Einteilung der Grade im Golden Dawn beschreiben. Die Lehren des Golden Dawn bilden die Grundlage für viele westliche Mysterienschulen und -orden in der heutigen Zeit.
Das Gradsystem des äußeren Ordens beruht zunächst auf einer fünffachen Aufteilung, die sich an den vier Elementen und dem qabalistischen Baum des Lebens orientiert.
Der erste Grad ist der Grad des Neophyten. Dieser Grad wird allgemein als Vorbereitung gesehen. Die nächsten vier Grade sind den vier Elementen Erde, Luft, Wasser und Feuer zugeordnet. Der Aspirant lernt zunächst die Energien der jeweiligen Elemente kennen und beginnt mit ihnen zu arbeiten und schrittweise die Kontrolle über die Elemente zu erhalten. Dieses System ist im Grunde genommen eine komplette Ausbildung in der praktischen, rituellen Magie.
Wenn ein Student eine besondere Begabung und eine tiefe Hinwendung während seiner Ausbildung zeigt, kann er nach dieser Zeit in den inneren Orden eingeladen werden. Auch hier findet zunächst die Einweihung in einen Vorbereitungsgrad, den sogenannten Portal-Grad statt. Dieser Grad kann auch als der Grad des Neophyten für den inneren Orden bezeichnet werden.
Nach Ablauf einer vorgeschriebenen Mindestfrist und Bestehen von weiteren Prüfungen, kann die Initiation in den inneren Orden erfolgen. Durch diese Einweihung wird der Initiierte schließlich zum Adepten und damit zum spirituell reifen Magier. Als Adept wird er Schritt für Schritt in die tiefsten Mysterien der Magie eingeweiht. Und nur ein Adept verfügt über das nötige Wissen auch andere in die Mysterien der westlichen Magie einzuweihen und Initiationen durchzuführen.
Die innere Handlung eines Rituals
Die innere Handlung ist der eigentliche, magische Teil des Rituals. Darunter versteht man die komplexe, innere Arbeit des Magiers. Dabei werden Kräfte kontaktiert und invoziert und schließlich in die physische Manifestation gebracht.
Bei einer Einweihung liegt diese Verantwortung bei dem Hierophanten und seinen Tempel-Offizieren, die ihn oder sie dabei unterstützen. Diese Arbeit besteht zunächst im Aufbau des inneren Tempels, d.h. dies ist der spirituelle Teil des physischen Tempels und somit sein Kern und Kraftzentrum.
Es gibt traditionelle Überlieferungen und Techniken, wie man jene Kräfte invoziert, die eine initiation erst möglich machen. Diese Techniken bestehen aus komplexen Visualisierungen und Kontaktherstellungen auf den inneren Ebenen.
Das Ziel einer tatsächlichen Initiation ist es, den Aspiranten näher an das spirituelle Licht zu führen und es ihm so zu ermöglichen, an den tieferen Mysterien teilzuhaben, und um ihm reine Magie näherzubringen.
In einem Orden oder einer Gruppe, die die Magie des Lichts praktiziert, sind alle Rituale und Einweihungen Teil eines Prozesses, der in der Qabalah mit dem Begriff "Tikkum Ha Olam" bezeichnet wird. Diese Worte bedeuten übersetzt das "Heilen der Welt" und es geht darum, dass der Initiierte und Magier Licht und Heilung in eine Welt der Dunkelheit zu bringen.
Diese Form der Magie wird auch als Theurgie bezeichnet. Die Theurgie ist die heiligste und höchste Form der Magie.
Um Aufnahme in einen tatsächlichen magischen Orden sollte man sich allerdings nur bemühen, wenn man ernsthaft auf der Suche ist und bereit ist, diesen Weg zu gehen, auch wenn der Weg manchmal steinig wird. Die Magie ist kein Hobby, dass man ab und zu mal ausübt, sondern der Ausdruck einer tiefen spirituellen Suche nach dem Ursprung des Seins.
Golden Dawn
Mit der Entdeckung und Entschlüsselung der Cipher Manuskripte durch Wynn Westcott im Jahr 1883 waren die Voraussetzungen geschaffen für die Wiederbelebung der westlichen Mysterientradition.
Die Manuskripte gaben die Initiationsrituale eines okkulten Ordens in groben Zügen wieder und bildeten die Grundlage für den Aufbau des Golden Dawn, der 1888 von Dr. Woodman, Wynn Westcott und S.L. MacGregor Mathers in England gegründet wurde.
Alle drei waren zuvor schon Mitglieder in verschiedenen okkulten Gruppen in England und hochrangige Mitglieder der Freimaurer und der Rosenkreuzer. Die Initiative, den Orden zu gründen, kam zwar ursprünglich von Wynn Westcott, die treibende Kraft dahinter wurde aber bald MacGregor Mathers.
Von den drei Gründern des Golden Dawn war vor allem Mathers der wahre rituelle Magier. Er übersetzte und verfasste außerdem zahlreiche Schriften über die westliche Mysterientradition (z.B. "The Sacred Magic of Abramelin the Mage", "The Key of Solomon the King" und "The Kabbalah Unveiled").
Mathers verfasste fast alle wichtigen Golden Dawn Lehren und Dokumente. Er forschte in alten Büchern und Überlieferungen und trug Stück für Stück das Wissen wieder zusammen, das viele für längst verloren hielten. Ihm gelang es auch, das mittelalterliche System für Engelmagie von Dr. John Dee weiterzuentwickeln und er schaffte so eines der kraftvollsten, magischen Systeme auf der ganzen Welt.
Vieles von dem, was wir heute über Tarot wissen, kommt von Mathers und seiner Frau Moina. Ohne die Arbeit von Mathers und dem Golden Dawn wäre der Symbolismus der Tarotkarten heute sehr viel banaler und schwächer.
Der Golden Dawn hat die verschiedenen Bereiche der Magie, wie z.B. Qabala oder Tarot vereinigt und dadurch ein umfassendes und komplexes System der westlichen Mysterien geschaffen.
Tatsache ist, dass des Golden Dawn von 1888 einen sehr großen Einfluß auf die moderne westliche Mysterientradition ausgeübt hat. Vieles von unserem heutigen okkulten Wissen, ob Wicca, Tarot, Astrologie oder sogar Psychologie, kann zurückverfolgt werden zu diesem Orden. So gesehen hat der Golden Dawn die Grundlagen der modernen westlichen Mysterientradition geschaffen.
Splendor Lucis ist ein Orden in der Tradition des Golden Dawn und wurde von Adepten des Golden Dawns gegründet.
Qabalah
Der Begriff Qabalah geht auf den Wortstamm des hebräischen Wortes QBL (Qoph-Beth-Lamed) zurück und bedeutet wörtlich übersetzt soviel wie Überlieferung. Der Name wird gebraucht, um die mystische Tradition des Judentums zusammenzufassen.
Das Ziel echter qabalistischer Arbeit ist die makrokosmische Gotteserfahrung, also die Erfahrung, die über das eigene subjektive Erleben hinausführt.
Die Qabalah ist keine einheitliche Tradition. Es gibt sehr viele verschiedene Schulen, die teilweise in ihren Interpretationen sehr stark voneinander abweichen, bei den Kernaussagen jedoch übereinstimmen.
Die echte Qabalah ist keine leere, wirklichkeitsfremde Philosophie, sondern beruht auf einer inneren mystischen Wahrheit, die vom Schüler direkt erfahrbar ist, wenn er dem Weg entschieden folgt. Deshalb ist die mündliche Überlieferung ein entscheidender Aspekt der echten Qabalah.
Unter dieser mündlichen Überlieferung versteht man jedoch nicht nur geheime, unveröffentlichte Schriften, sondern vor allem die Anweisungen für die praktische Arbeit, die unmittelbar vom Lehrer an den Schüler weitergegeben werden und die auf den mystischen Überlieferungen und Erfahrungen der Tradition beruhen, die der Lehrer vertritt.
Ein wichtiger Aspekt der Ausbildung innerhalb unseres Ordens bildet die theoretische und praktische Qabalah.
Im Gegensatz zu der klassischen Lehre des Golden Dawn, ist die Arbeit mit dem Baum des Lebens in unserem Orden nur einer von vielen Aspekten der Qabalah mit denen wir uns beschäftigen.
Einführung in die Alchemie
Der Begriff Alchemie wird in der heutigen Zeit in den verschiedensten Zusammenhängen gebraucht und manchmal auch missbraucht, doch die wenigsten modernen Bücher und Lehren beschäftigen sich mit dem tatsächlichen Kern dieser hermetischen Wissenschaft.
Viele sehen in der Alchemie nur die (meist gescheiterten) Versuche der mittelalterlichen Alchemisten, Blei in Gold zu verwandeln und somit zu Macht, Reichtum und Unsterblichkeit zu gelangen. Im Licht der Wissenschaften des 21. Jahrhunderts gilt diese Vorstellung für viele Menschen, als überholt und vielleicht sogar töricht.
Andere assoziieren den Begriff Alchemie mit Carl Gustav Jung und seinen Lehren der Tiefenpsychologie. Jung sah in der Symbolsprache und den Arbeitsmethoden der Alchemie eine Parallele zu der unbewussten Bilderwelt der Psyche. Dabei spielen persönliche Probleme, scheinbar unlösbare Aufgaben, existenzielle Krisen oder notwendige Reifungsprozesse eine große Rolle. Er nannte diesen Prozess Individuation (Ganzwerdung) und beschrieb ausführlich die Abläufe und Gesetzmäßigkeiten dieser unbewussten Bilderwelt oder Transmutation der Psyche. Die Erforschung der Individuation betrachtete Jung als wesentliche Aufgabe seiner analytischen Psychologie und er war der Auffassung, dass die Menschen in ihrem Prozess der Ganzwerdung heutzutage den gleichen Weg gehen, den bereits die Alchemisten gegangen sind und das dieser Weg in den überlieferten Symbolen und Bildern der Alchemie beschrieben wird.
Carl Gustav Jung hat mit dieser Ansicht über die Alchemie durchaus recht, allerdings spiegelt sich in dieser Auffassung nur einen Bruchteil dessen wieder, was die Alchemie tatsächlich ist. Die Alchemie ist definitiv mehr als nur eine Bild- und Symbolsprache, um psychologische Prozesse und Zusammenhänge zu deuten. Viel wichtiger ist der spirituelle Aspekt der Alchemie als Weg der Gnosis und der direkten Erfahrung mit dem Göttlichen.
An dieser Stelle möchte ich aber auch betonen, dass die Lehren von Carl Gustav Jung in der modernen Psychologie eine bedeutende Rolle haben und deshalb vollste Anerkennung und Wertschätzung verdienen. Meine Intention ist es, die Alchemie noch umfassender zu erfassen und in ihrer ganzen Bandbreite zu erfassen und deshalb ist es wichtig, sich nicht nur auf den psychologischen Teilaspekt zu konzentrieren.
Auch in der modernen Esoterik wird der Begriff Alchemie gerne verwendet, um verschiedenste Prozesse zu beschreiben. Man spricht z.B. von der Alchemie der Liebe, der Alchemie des Geldes oder der Alchemie der Küche. All diese Themen mögen von Bedeutung sein, doch der Begriff Alchemie ist in diesem Zusammenhang fehl am Platz, denn diese Themen haben nichts oder nur kaum etwas mit der eigentichen Alchemie als hermetische Wissenschaft zu tun.
Ich möchte die Alchemie auch klar von der Chemie abgrenzen. Die Chemie ist eine Wissenschaft, die sich mit Atomen, Molekülen und der materiellen Zusammensetzung der verschiedenen chemischen Elemente beschäftigt. Sie bezieht sich aber nur auf die weltliche Ebene.
Alchemie war niemals nur eine geistige Wissenschaft das Große Werk muss mit den Händen, dem Herzen und in der Seele vollbracht werden. In der Alchemie geht es um Transformation, doch eine wirksame Transformation kann nur dann statt finden, wenn sie auch alle Ebenen des menschlichen Seins einbezieht: die psychische Ebene, die mentale Ebene und die spirituelle Ebene.
Was versteht man unter dem Begriff Alchemie?
Einst wurde die Alchemie als Hohe Kunst und Göttliche Wissenschaft bezeichnet und sie trägt diese Bezeichnungen zu recht. Die Alchemie beschäftigt sich mit den Mysterien des Lebens, der Seele und des Bewusstseins und der Transformation von all diesem. Es ist die Transformation der Materie durch eine spirituelle Kraft, die Transformation des Niederen zu etwas Höheren. Und genau aus diesem Grund macht es Sinn, sich damit zu beschäftigen.
Die Verwandlung von Blei zu Gold sollte vor allem als Metapher verstanden werden für einen inneren Prozess der spirituellen Transformation. In der inneren Arbeit liegt auch der Schlüssel zur praktischen Alchemie. Denn die alchemistische Transformation von Pflanzen, Mineralien oder Metallen ist die äußere Handlung einer inneren, spirituellen Transformation. Durch die praktische Arbeit werden somit alle Ebenen des menschlichen Seins in den Prozess eingeschlossen. Der wichtigste Aspekt der Alchemie ist die Arbeit an sich selbst und die eigene spirituelle Weiterentwicklung.
Es ist möglich, sich selbst durch das Studium der Alchemie zu transformieren, auch wenn man keine praktische Arbeit mit Pflanzen, Mineralien oder Metallen ausüben möchte. Aber es ist NICHT möglich, Pflanzen, Mineralien oder Metalle zu transformieren, ohne bereit zu sein, selbst Teil des alchemistischen Prozesses zu werden und die spirituellen Aspekte der Alchemie in sich selbst zu erfahren.
Dies erklärt, warum viele Menschen in der Vergangenheit an der Alchemie gescheitert sind. Wenn man nur an den äußerlichen Dingen, wie der Verwandlung von Blei in Gold, interessiert ist, dann ist ein Scheitern unvermeidlich. Der Schlüssel zur Alchemie liegt in dem tiefen inneren Bedürfnis der eigenen spirituellen Transformation. Die erfolgreiche Transformation von materiellen Dingen ist Zeichen und Ausdruck der inneren Transformation. Der Stein der Weisen ist ein Zeichen dafür, dass ein Alchemist die innere Arbeit an sich gemeistert hat.
In der Alchemie geht man davon aus, dass sämtlich Dinge, die in der physischen Welt existieren, aus Materie, Geist und Seele bestehen. Die Welt in der wir leben, ist ein Ausdruck des Göttlichen, und indem wir uns mit den physischen Aspekten der Schöpfung auseinandersetzen, kann man den Weg zu seinem dem Höheren Selbst finden. Das Gold der Alchemisten ist nicht das Metallgold, sondern spirituelles Gold. Durch Meditationen, Gebete und Rituale werden alchemistische Prozesse in Gang gesetzt, die dazu dienen, innere Blockaden zu lösen und die dunklen, unausgeglichenen Aspekte unseres Ichs zu transformieren.
Ursprung und Geschichte der Alchemie
Der Ursprung der Alchemie liegt im Verborgenen und es gibt darüber zahlreiche Spekulationen, auf die ich an dieser Stelle nicht ausführlich eingehen möchte, da es nur reine Mutmaßungen sind. Erste verlässliche Aufzeichnungen über alchemistische Prinzipien stammen aus dem antiken Ägypten. Von den ägyptischen Heilern und Priestern wurde der Mensch als vielschichtiges Wesen gesehen, bestehend aus Körper, Geist und Seele. War der Mensch erkrankt, so musste die Krankheit auf allen Ebenen mit der entsprechenden Medizin behandelt werden. Bei der Herstellung der Medizin wurden deshalb auch Gebete, Anrufungen und magische Formeln gesprochen, oftmals war die Zubereitung auch in ein Ritual oder eine Zeremonie eingebunden.
Der Begriff Alchemie stammt vermutlich auch aus dem antiken Ägypten. Die Griechen nannten das antike Ägypten Khem oder Khemet, was wörtlich übersetzt das schwarze Land bedeutet. Dieser Ausdruck bezieht sich auf die schwarze, fruchtbare Erde, die der Nil nach der Überflutung des Ackerlands zurückließ. Die Griechen bezeichneten die Lehren der Ägypter mit dem Wort Khemia.
Die ersten, noch heute bekannten Manuskripte über Alchemie stammen etwa aus der Zeit 1500 v. Chr., doch die Lehren waren mit Sicherheit noch älter, da sich viele Texte auf eine schon damals längst vergangene Zeit beziehen.
Die Ursprünge der Alchemie liegen im Verborgenen; die Legende besagt, dass die Alchemie aus einer Zeit, die in der ägyptischen Mythologie Zep Tepi genannt wird, stammt. Zep Tepi wird auch als das goldene Zeitalter oder die Erste Zeit bezeichnet und es heisst, das dies das Zeitalter war, als die Götter die Welt regierten und die Menschheit in den Lehren der Magie und der Alchemie unterwiesen.
Im Jahr 331 v. Chr. gründete der Feldherr Alexander der Große die Stadt Alexandria und die Stadt erblühte in den folgenden Jahrzehnten. Die Große Bibliothek von Alexandria wurde Kern- und Treffpunkt für die verschiedensten magischen Traditionen, religiösen Lehren und Mysterienkulte des Mittelmeerraums zur damaligen Zeit. Gelehrte aus allen Teilen Europas, Nordafrikas und des nahen Osten zog es nach Alexandria und in diesem Schmelztiegel der verschiedensten Philosophien entstanden damals die Grundlagen der Hermetik. Die Alchemie wurde zu einem Pfad der spirituellen Transformation und ihre Geheimnisse wurden nur an Eingeweihte weitergegeben, die zuvor einem strengen Eid der Geheimhaltung geleistet hatten.
Knapp 300 Jahre nach der Stadtgründung wurde Alexandria von den Römern erobert und die berühmte Bibliothek geriet in Brand. Sehr viele Manuskripte wurden bereits damals zerstört. In den folgenden Jahrhunderten breitete sich das Christentum zunehmend im Mittelmeerraum und Europa aus und es wurde schließlich verboten, heidnische Götter anzubeten.
Viele Gelehrte der hermetischen Philosophie flohen damals in die arabischen Länder, wo sie sie sehr willkommen waren. Die arabische Vorsilbe Al wurde zu dem Wort Khemia hinzugefügt und es formte sich der Begriff Al-Khemia, wovon sich der Begriff Alchemie abgeleitet.
In Europa waren die alchemistischen Lehren zunächst fast ausgestorben. Erst mit der Eroberung Europas durch den Islam viele Jahrhunderte später, gelangte das Wissen über die Alchemie zurück in das Abendland und breitete sich dort stark aus. Die Alchemie strahlte eine große Faszination aus, bald beschäftigte sich damit nahezu jeder, der Lesen und Schreiben konnte - vom König bis zum Diener.
Zahlreiche alchemistische Manuskripte wurden übersetzt und verbreiteten sich schnell in Europa. Die meisten Menschen beschäftigen sich nur deshalb damit, weil sie von den Wundern der Alchemie gehört hatten und damit zu Reichtum, Macht und ewigem Leben gelangen wollten. Die Möglichkeit der Verwandlung von Blei zu Gold und die Gier nach Geld trieb die sie voran. Viele schreckten auch nicht davor zurück, durch Betrügereien Macht und Ansehen zu erlangen, was die Alchemie zunehmend in Verruf brachte und die Habgier viele Menschen das Leben kostete.
Doch die Alchemie ist eine sehr komplexe Wissenschaft mit speziellen Fachbegriffen und einer eigenen Symbolsprache, die sich nur schwer entschlüsseln ließ. Nur wenige hatten das innere Bedürfnis, sich ganz auf die Lehren der Alchemie einzulassen. Die alchemistischen Texte sind keinesfalls rein wörtlich zu nehmen, und so kam es zu einer Reihe von Falschinterpretationen und Widersprüchen, die die Alchemie schließlich als Quacksalberei und Humbug in Verruf brachten
Das Zeitalter der Aufklärung führte schließlich dazu, dass die spirituellen Aspekte der Alchemie gänzlich aus den Lehren ausgeklammert wurden und sich daraus die moderne Chemie entwickelte.
Dennoch ist die Alchemie immer noch eine lebendige Tradition, die in vielen Mysterienorden und Gruppierungen nach wie vor gelehrt und praktiziert wird. Die Alchemie ist neben der Magie und der Qabalah eine der wichtigsten Säulen in der westlichen Mysterientradition.
Hermetik
Unser heutiges Wissen über Magie und Hermetik hat eine sehr lange Tradition, die bis in die Hochkultueren Ägyptens, Babylons und Chaldäa zurückgeht. Vor allem das alte Ägypten hat in diesem Zusammenhang eine zentrale Bedeutung. Die Ursprünge dieser Lehren liegen liegen im Verborgenen; die Legende besagt, dass sie aus einer Zeit stammen, die in der ägyptischen Mythologie Zep Tepi genannt wird. Zep Tepi wird auch als das goldene Zeitalter oder die Erste Zeit bezeichnet und es heisst, das dies das Zeitalter war, als die Götter die Welt regierten und die Menschheit in den Lehren der Magie und der Alchemie unterwiesen.
Einer dieser Gottheiten war Thoth, der auch als Vater der hermetischen Wissenschaften gesehen wird. Thoth gilt als Gott der Weisheit und Vermittler zwischen Gott und den Menschen, bereit beiden zu dienen. Er ist der Götterbote und der Vermittler zwischen der spirituellen und der materiellen Ebene und macht dadurch die Magie erst möglich. Das von ihm überlieferte Wissen wurde in zahlreichen Manuskripten aufgezeichnet. Thoth wird meist mit einem Ibiskopf dargestellt, er gilt als der Offenbarer der Mysterien und des verborgenen Wissens der Menschheit.
In der Geschichte westlichen Mysterientradition war die Grenze zwischen Legende und Wirklichkeit stets verschwommen und nur schwer erkennbar. Für die Ägypter war Thoth ein göttliches Wesen, das die Mysterien der Menschheit und des Universums hütete und die Menschen in diesem Wissen unterrichtete. Im antiken Griechenland wurde Thoth unter dem Namen Hermes verehrt, während er im antiken Rom mit dem Gott Mercurius assoziiert wurde.
Hermes Trismegistos
Es gibt aber auch Leute, die Thoth / Hermes als einen Menschen sehen, der tatsächlich gelebt hat und sie sehen in ihm einen Priester, Philosophen, Alchemisten und Magier. Er soll etwa zur Zeit von Mose in Ägypten geboren worden sein und sein lateinischer Name lautet Hermes Trismegistos, was so viel wie der Dreimal Große Hermes bedeutet. Dieser Titel zeigt, das er ein sehr hoher Eingeweihter war, der die Existenz auf allen drei Ebenen gemeistert hatte - der physischen, mentalen und spirituellen Ebene.
Hermes Trismegistos gilt u. a. als Verfasser des Corpus Hermeticum, einer Sammlung von griechischen Traktaten über die Entstehung der Welt, die Gestalt des Kosmos sowie menschliche und göttliche Weisheit, sowie zahlreicher weiterer Manuskripte über Astrologie, Magie, Alchemie und Religion.
Die Tabula Smaragdina
Auch die berühmte Tabula Smaragdina (Smaragdtafel) wird oftmals mit Hermes Trismegistos in Zusammenhang gebracht, doch es ist unwahrscheinlich, dass es sich dabei um die gleiche Person handeln kann, da die Tabula Smaragdina wesentlich älter ist als die Schriften des Corpus Hermeticums. Als Mensch müsste Hermes Trismegistos mehrere Jahrhunderte gelebt haben, wenn er all diese Schriften verfasst hätte, doch wer weiss, ob seine tiefen Erkenntnisse über die Alchemie ihn nicht vielleicht doch ein sehr langes Leben ermöglichten? Realistischer ist es allerdings, dass der Name "Hermes Trismegistos" im Laufe der Jahrhunderte von verschiedenen hohen Eingeweihten als Pseudonym verwendet wurde.
Die Tafel soll tatsächlich aus einem leuchtend grünen Gestein bestanden haben, und der Text soll auf den ägyptischen Gott Thoth / Hermes zurückgehen. Tatsächlich enthält der Text die wesentlichen Prinzipien der Lehren der Hermetik und kann als Schlüssel zur Magie und Alchemie betrachtet werden.
Die Tafel gilt als verschollen, wie sie genau aussah, wissen wir also nur aus historischen Beschreibungen. Niemand weiss mit Sicherheit, ob es diese Tafel jemals gegeben hat und ob der Text tatsächlich von Thoth stammt. Dennoch inspirierte die Inschrift von der Smaragdtafel im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Hermetiker, Alchemisten und Magiere. Die Tabula Smaragdina hat eine zentrale Bedeutung in der hermetischen Lehre und westlichen Mysterientradition und sie hat ihre Bedeutung bis heute nicht verloren.
Prinzipien der Magie
Die rituelle Magie, so wie sie in der heutigen Zeit praktiziert wird, blickt auf eine sehr lange Tradition zurück. Die Ursprünge liegen in den antiken Kulturen des Mittelmeerraums. In den verschiedenen Mysterienkulten und -orden wurde diese Tradition fortgesetzt und weiterentwickelt. Die moderne Ritualistik geht auf verschieden Quellen zurück. Eine der wichtigsten Stationen in der Entwicklung der modernen westlichen Magie waren jene Orden die man zur magischen Tradition des Golden Dawn zählen kann.
Enochische Magie
Enochisch die Sprache der Engel
Die enochische Sprache wird manchmal auch als die »Himmlische Sprache«, die »Heilige Sprache« oder die »Sprache der Engel« bezeichnet. Es heißt, dass der Prophet Enoch (aus dem Alten Testament) diese Sprache beherrschte und in dieser Sprache mit Gott und den Engeln kommunizierte. Deshalb wird diese Sprache auch als enochische Sprache bezeichnet. Enoch hat diese Sprache in einem Buch festgehalten; allerdings ging dieses Buch in der Großen Flut verloren und es dauerte noch über zwei Jahrtausende, bis der gesamten Menschheit die enochische Sprache und ihre Schriftzeichen durch Dr. John Dee und sein Medium Edward Kelly übermittelt und zur Verfügung gestellt wurden.
Dr. John Dee wurde 1527 in London geboren und war schon in jungen Jahren ein berühmter Mathematiker, Astrologe und Alchemist. Englands Königin Elisabeth I. ernannte ihn zu ihrem Hofastrologen und persönlichen Vertrauten. John Dee erkannte bald, dass sich die Geheimnisse der Natur nicht allein durch wissenschaftliche Methoden erschließen lassen würden und er suchte deshalb den Kontakt zu den höheren Ebenen durch das Medium Edward Kelly.
Das Sigillum Dei Aemeth
In den ersten spirituellen Sitzungen erhielten Edward Kelly und John Dee von dem Erzengel Uriel detaillierte Anweisungen zur Herstellung eines magischen Siegels, dem Sigillum Dei Aemeth. Das Wort »Aemeth« stammt aus dem Hebräischen und bedeutet »Wahrheit«. Der Begriff Sigillum Dei Aemeth wird also übersetzt mit »Siegel der göttlichen Wahrheit«.
In den folgenden Jahren benutzten Dee und Kelly dieses Siegel als Tor zu den höheren Welten. In der Mitte des Siegels wurde eine Kristallkugel platziert in der die Wesenheiten, die kontaktiert wurden, erschienen sind. Das Siegel wurde aus reinem Bienenwachs hergestellt. Die Inschriften und Formeln, die in das Siegel eingeritzt wurden, sind äußerst komplex: neben den Anrufungsformeln und mehreren hebräischen Gottesnamen enthält das Siegel auch die Namen von verschiedenen Erzengeln und planetarischen Engeln, die Edward Kelly während der Trance-Sitzungen schützen sollten. Das Sigillum Dei Aemeth öffnete außerdem die höheren Ebenen und stabilisierte die invozierten Kräfte. (Das echte Pentakel und einige andere magische Ritualgegenstände, die John Dee und Edward Kelly benutzt haben, sind im Britischen Museum in London ausgestellt.)
mehr Infos zum SigillumDei Aemeth
Die enochische Sprache
In den folgenden Sitzungen wurde Kelly und Dee zunächst das enochische Alphabet und die Aussprache durch die Engel übermittelt. John Dees Aufzeichnungen enthalten sehr genaue Angaben zur Aussprache und Betonung der Wörter. Skeptiker haben immer wieder behauptet, dass sich Dee und Kelly diese Sprache selbst ausgedacht haben, doch Untersuchungen von Sprachwissenschaftlern haben ergeben, dass die enochische Sprache in ihrer Struktur viel zu komplex ist, um sie sich spontan ausdenken zu können. Die Sprache besteht aus 21 Buchstaben und hat eine eigene Grammatik und Satzstruktur. Es gibt z.B. unterschiedliche Endungen der Verben für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Einige Wörter existieren in der englischen Sprache, Kelly und Dees Muttersprache, nicht, und mussten daher im Englischen umschrieben werden.
John Dee und Edward Kelly arbeiteten mehr als sieben Jahre zusammen. Die Sitzungen dauerten meist viele Stunden, die Edward Kelly in Trance verbrachte, während John Dee die Botschaften notierte. Viele der Nachrichten bestanden aus Buchstaben, die in einem Rechteck oder Quadrat angeordnet waren. Aus diesen Anordnungen wurden dann die Namen und Worte abgeleitet. Manche Worte wurden sogar rückwärts übermittelt, weil die starken Energien, die sie enthalten, allein schon durch das Aussprechen des Wortes invoziert werden können.*
Dr. John Dee hinterließ sehr umfangreiche Aufzeichnungen und die viele davon können in der Bibliothek des Britischen Museums in London auf Anfrage eingesehen werden. Die Aufzeichnungen enthalten die besagten quadratischen Tafeln, komplexe enochische Anrufungsformeln (die so genannten enochischen Schlüssel), Verzeichnisse mit enochischen Worten, ihrer Aussprache und Übersetzung, sowie die Namen der Engel und Wesenheiten, die über die enochischen Tafeln kontaktiert werden können. Die Engel und Wesenheiten haben unterschiedliche Eigenschaften und Aufgaben, und können von einem Magier dementsprechend kontaktiert werden.
Die Bedeutung der Überlieferungen von John Dee und Edward Kelly war offensichtlich, aber es waren nur Aufzeichnungen, die keine Hinweise auf die praktische Arbeit mit den enochischen Engeln enthielten. Die Grundlage für die enochische Magie ist von den beiden gelegt worden, mehr allerdings nicht.
Enochische Magie im Golden Dawn
Erst Ende des 19. Jahrhunderts, fast 280 Jahre nach Dr. John Dees Tod, wurde das theoretische Wissen in die Praxis umgesetzt. Zu verdanken ist dies vor allem Samuel MacGregor Mathers, der die Aufzeichnungen im Britischen Museum jahrelang studierte und daraus ein System der praktischen enochischen Magie schuf. MacGregor Mathers war einer der Gründer des Golden Dawn, einem magischen Orden, der 1888 in London gegründet wurde und nach dessen Lehren heute zahlreiche magische Orden und Gruppen auf der ganzen Welt arbeiten. Vor allem in den Lehren des Inneren Ordens des Golden Dawn hat die enochische Magie eine zentrale Bedeutung.
Die praktische Arbeit mit enochischer Magie ist jedoch ohne Kenntnisse der Qabalah nicht möglich. So müssen vor jeder enochischen Invokation zuerst die hebräischen Gottesnamen und die qabalistischen Engelshierarchien angerufen werden. Denn die hebräischen Formeln entsprechen der Herrschaft des göttlichen Prinzips, das über allem steht, während die enochischen Formeln der Herrschaft eng mit den Sphären des Aethyrs, und damit unserer irdischen Welt, verbunden sind. Durch diese Nähe der enochischen Engel und Wesenheiten zur physischen Welt erklären sich auch die sehr direkten Erfahrungen und unmittelbaren Ergebnisse, die sich aus dieser Art von magischer Arbeit ergeben können.
Über das Wesen der enochischen Engel
Auf den höheren Ebenen existieren zahlreiche Arten von Engeln und Wesenheiten. Einige davon sind Erzengel, die wiederum anderen Engeln übergeordnet sind. Manche Engel werden den Planeten oder den Tierkreiszeichen oder den verschiedenen Elementen zugeordnet. Es gibt persönliche Schutzengel und Engel, die ganz spezifische Aufgaben, z. B. als Wächter oder innere Führer übernehmen.
Die enochischen Engel unterscheiden sich in ihrem Wesen stark von den Eigenschaften, die die meisten Menschen von Engeln erwarten. Ihre Sphäre sind die Ebenen des Aethyrs, die eng an die physische Welt gebunden sind. Unsere menschlichen Vorstellungen von negativ und positiv sind den enochischen Wesenheiten und Engeln nicht unbedingt vertraut und sie mögen uns in ihrer Natur manchmal sogar als streng oder hart erscheinen.
Die enochischen Tafeln in der Tradition des magischen Systems des Golden Dawn
Den Kern der enochischen Magie, wie sie im Golden Dawn praktiziert wird, bilden vier Tafeln mit den enochischen Namen von zahlreichen Engeln und anderen Wesenheiten. Diese Tafeln wurden John Dee und Edward Kelly von dem Engel Ave übermittelt. Die Tafeln entsprechen den vier Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft und sie sind in den vier Himmelsrichtungen des Tempels angebracht. Diesen vier Elementen übergeordnet steht der Geist (Spirit). Hierfür gibt es im Golden Dawn eine kleinere Tafel, die auf dem Altar im Zentrum des Tempels platziert wird.
Die Zuordnung der Elemente zu den Himmelsrichtungen ist:
Osten Luft
Süden Feuer
Westen Wasser
Norden Erde
Die Hierarchien der Tafeln in den vier Himmelsrichtungen
Die vier enochischen Tafeln sind hierarchisch aufgebaut. Die einzelnen Buchstaben-Quadrate der Tafeln sind dreidimensional und bestehen aus abgeflachten Pyramiden, deren Seitenflächen wiederum verschiedene elemetare und planetare Energien zugeordnet sind.
Aus den horizontalen und vertikalen Linien der einzelnen Tafeln ergeben sich folgende Namen:
- die drei geheimen, heiligen Namen Gottes (drei Namen pro Tafel, insgesamt also zwölf)
- der Name des enochischen elementarischen Königs, der über das jeweilige Element herrscht
- die Namen der sechs Älteren (sechs Ältere pro Tafel, insgesamt also 24)
- die Namen der Engel, die den kalvarischen Kreuzen auf den Tafeln zugeordnet sind
- die Namen der Engel, die dem kerubischen Feldern auf den Tafeln zugeordnet sind
Die heiligen Gottesnamen stellen die Verbindung zwischen dem Makrokosmos und dem Mikrokosmos der eigenen Wahrnehmung her. Im Golden Dawn werden diese heiligen Namen während der Einweihung in die so genannten Elementegrade (Erde, Luft, Wasser und Feuer) durch den Hierophanten invoziert. Sobald dieser Kontakt auf den inneren Ebenen etabliert ist, kann der Initiierte diese Kräfte jederzeit in der persönlichen, magischen Arbeit kontaktieren und nutzen.
Der elementarische König wird stets invoziert bevor man die ihm untergeordneten Elementarkräfte kontaktiert. Der König steht außerdem für den Planeten Sonne, während die sechs Älteren den Planeten Saturn, Jupiter, Mars, Venus, Sonne, Mond und Merkur zugeordnet sind.
Ein Adept kann deshalb mit enochischer Magie sehr spezifische Kräfte kontaktieren und einsetzen: er kann z.B. Jupiter von Erde invozieren, in dem er/sie Jupiter auf der enochischen Tafel des Elements Erde anruft. Da die vier Tafeln noch einmal in vier Subquadrate unterteilt sind, die ebenfalls den vier Elementen entsprechen, ist es auch möglich, Kombination wie z.B. Erde von Feuer oder Luft von Erde zu invozieren.
Die enochische Magie erfordert allerdings nicht nur fortgeschrittene Kenntnisse des Magiers, sondern auch umfangreiche Vorbereitungen wie starke Bann- und Schutzrituale. Enochische Namen sollten niemals allein und ohne Schutzvorkehrungen invoziert werden, da die kontaktierten Kräfte sonst nur schwer kontrolliert werden können. Bei der Invokation von enochischen Engeln und Wesenheiten ist eine strenge hierarchische Vorgehensweise wichtig. Bevor eine enochische Kraft kontaktiert wird, muss der Magier erst die entsprechenden, höheren Wesen und qabalistischen göttlichen Namen invozieren, die dann die enochischen Energien unter Kontrolle halten und lenken.
Eine Missachtung dieser Regel und der absichtliche Missbrauch von enochischen Energien kann desaströse Folgen haben. Es gibt und gab hochrangige Eingeweihte, die vehement vor der Anwendung von enochischer Magie warnen und diese Warnungen sind nicht unbegründet in Bezug auf den leichtfertigen Umgang mit der enochischen Magie.
Leider ist auch ein Missbrauch der enochischen Magie zu dunklen Zwecken möglich. So wie alles in unserer manifestierten Welt, hat auch die enochische Magie zwei Seiten eine lichtvolle und eine dunkle Seite. Es liegt also in der Verantwortung des Magiers, sich für die richtige Seite zu entscheiden. Doch mit einer reinen Intension und dem nötigen Wissen ist die Anwendung von enochischer Magie nicht nur sicher, sonder auch äußerst effizient.
Fußnote:
* An dieser Stelle möchte ich eine Warnung aussprechen: die Arbeit mit enochischen Kräften und Anrufungen ist nur für Fortgeschrittene geeignet und sollte keineswegs leichtfertig und aus Neugierde erfolgen. Ohne umfassende Anweisungen von einem erfahrenen Adepten sollte diese Art von Magie nicht praktiziert werden. Aus diesem Grund möchte ich auch davon abraten, die enochische Magie allein aus Büchern lernen zu wollen.
Talismanologie
Der Glaube der Menschen, dass Gegenstände dem Besitzer Glück, Gesundheit, Schutz, Liebe, Erfolg oder Reichtum bringen, ist so alt wie die Menschheit selbst. Talismane und Amulette gibt es in zahlreichen Kulturen und Kulturkreisen. Schon in der Steinzeit wurde zahlreichen Gegenständen eine magische Kraft zugeschrieben. In den alten antiken Hochkulturen wie Ägypten, Babylonien oder Mexiko gab es eine Vielzahl von Amuletten und Talismanen für unterschiedliche Zwecke. Das Ankh gehört zu den gebräuchlichsten altägyptischen Amuletten und ist ein Symbol für das Leben.
Selbst in den großen Religionen des Westens Judentum, Christentum und Islam gibt es eine lange Amulett- und Talisman-Tradition. Die Hand der Fatima ist ein weitverbreitetes Amulett in islamischen Ländern und soll den Träger vor Unheil schützen und den Bösen Blick abwenden. Das Hexagramm wird im Judentum auch als Siegel Solom
ons bezeichnet und ihm werden ebenfalls schützende Eigenschaften zugeschrieben. Viele Christen tragen eine Medaille der Jungfrau Maria oder eines Heiligen mit sich und glauben fest an die schützenden Eigenschaften dieser Gegenstände.